Die Kongregation der Schwestern der Muttergottes der Barmherzigkeit

  
m. Teresa Potocka        Die Geschichte der Kongregation wurzelt in französischen Ordensgemeinschaften, die im XIX. Jahrhundert fü r moralisch vernachlä ssigte Mä dchen und Frauen gegrü ndet wurden. Mutter Teresa Ewa Potocka, eine geborene Fürstin Sulkowska, die die Konstitutionen und die Methoden der apostolischen Arbeit von M. Teresa Rondeau aus Laval übernahm, gründete am 1. November 1862 in Warschau in der ¯ytna-Straße das erste Haus der Barmherzigkeit. Dieser Tag gilt als das Entstehungsdatum der Kongregation der Schwestern der Muttergottes der Barmherzigkeit in Polen. Den Titel einer Mitbegründerin hat M. Teresa Rondeau, und als die geistige Mitbegründerin der Kongregation wurde die sel. S. Faustyna anerkannt.

        Häuser der Barmherzigkeit - so wurden die Stätten der apostolischen Tätigkeit der Kongregation genannt - sammelten Mädchen und Frauen, die aus eigenem Willen nach einer tiefen moralischen Wandlung strebten. Die familiäre Atmosphäre, die Abgeschiedenheit von der Welt, eine gewisse Anonymität und Diskretion, Gebet und Arbeit hatten die gewünschte Wirkung. Viele hundert Mädchen und Frauen begannen ihr Leben von neuem, mit einem Gefühl der menschlichen Würde, mit Achtung vor sich selbst und vor anderen, mit der festen Überzeugung vom Wert und Sinn des menschlichen Lebens sowie von seinem letztendlichen Ziel.

        In der Zwischenkriegszeit gab es unter den Zöglingen immer mehr junge Mädchen, für die schrittweise ein Schulsystem geschaffen wurde. Und so verwandelten sich die Häuser der Barmherzigkeit, die ein Ort der Arbeit und des Gebetes gewesen waren, in geschlossene Erziehungsanstalten für Mädchen mit einem Unterrichtsprogramm der Grundschule und der Berufsschulen. Sie wurden in die Anstalten von der Schulbehörde, Jugendgerichten und Privatpersonen eingewiesen. Diese Form des apostolischen Werkes bestand im Prinzip bis zum Jahre 1962, aber bereits früher begannen die staatlichen Behörden nach und nach, die von der Kongregation geführten Einrichtungen zu übernehmen. Die übrigen Einrichtungen hat die Kongregation als Caritas-Stellen weitergefü hrt. Daraufhin begannen sich die Schwestern um geistig und psychomotorisch behinderte Kinder sowie um kranke Frauen zu kümmern. In Häusern für alleinstehende Mütter und in öffentlichen Klubräumen gingen sie der Arbeit mit moralisch vernachlässigten Personen nach.

        Am 1. September 1989 erhielt die Kongregation das Jugenderziehungszentrum für Mädchen in Krakau zurück, und so begann die Rückkehr der Kongregation der Schwestern der Muttergottes der Barmherzigkeit zur apostolischen Arbeit - so wie sie ihrem Charisma entspricht - in Form einer umfassenden Fürsorge für Personen, die einer tiefen moralischen Veränderung bedürfen.

        Die Sendung der sel. S. Faustyna brachte neue Formen der Verwirklichung des Charismas der Kongregation, das im Zusammenwirken mit der Barmherzigkeit Gottes im Werke der Rettung verlorener Seelen besteht, durch das Wort - die Verkündung der Botschaft der Barmherzigkeit Gottes und durch das Gebet um Barmherzigkeit für die sündige Welt. Auf diese Weise erstreckt sich die apostolische Tätigkeit der Kongregation auch auf Personen, die einer moralischen Erneuerung bedürfen und in der Welt leben. Darüber hinaus bezieht S. Faustyna in die charismatische Tätigkeit der Kongregation Priester, geweihte Personen und Laien mit ein, die sich für die Verwirklichung ihrer Sendung in dem Verein der Apostel der Barmherzigkeit einsetzen.

 

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