Die Geschichte des Klosters
Am 20. August 1891
weihte Kardinal Albin Dunajewski die St. Joseph-Kapelle und den größeren Flügel der
Klostergebäude, der für ein Haus der Barmherzigkeit für Mädchen und Frauen bestimmt
war, die einer tiefen moralischen Erneuerung bedurften. Die Schwestern gingen hier ihrer
erzieherischen Tätigkeit nach, die sich von Anfang an auf die Achtung der Würde der
menschlichen Person und auf die Pflege christlicher Werte gründete, vor allem aber darin
bestand, Vertrauen zu Gott zu wecken, der reich an Barmherzigkeit ist, sowie auf eine
Berufstätigkeit und
ein selbständiges, würdiges Leben
in der Gesellschaft vorzubereiten. Eine wichtige Rolle im Erziehungsprozeß spielte die
Arbeit, die zugleich die Quelle des Lebensunterhalts für die Schwestern und ihre
Zöglinge bildete. Im Haus der Barmherzigkeit in Lagiewniki wurden unter der Leitung der
Schwestern Werkstätten für Weiß- und Farbstickerei, für Weberei, außerdem eine
Wäscherei und eine Buchbinderei geführt, darüber hinaus wurden Garten- und
Landwirtschaftsarbeiten beigebracht. Dank der so ausgeübten erzieherischen Tätigkeit
fanden die vormals gefallenen Mädchen zu einem würdigen Leben in der Gesellschaft
zurück.
Die erzieherische Tätigkeit in Form einer
umfassenden Fürsorge für die Mädchen und Frauen, die einer tiefen moralischen
Erneuerung bedurften, wurde im sog. Haus der Barmherzigkeit von der Entstehung des
Klosters an bis zum Jahre 1962 durchgeführt, als die staatlichen
Behörden der
Kongregation die Erziehungsanstalt und den größten Teil des Anwesens wegnahmen und ihr
nur einen Flügel der Klostergebäude, die Kapelle, einen Teil des Gartens und den
Friedhof beließen.
Einige Jahre später (im Jahre 1969) gründeten die Schwestern im Kloster unter dem Namen ?ród3o [Quelle] ein Zentrum für die offene Fürsorge für sozial auffällige Jugendliche, das bis 1991 bestand.
Im Jahre 1989 gaben
die staatlichen Behörden der Kongregation die Erziehungsanstalt für Mädchen zurück,
die jetzt den Namen "Jugenderziehungszentrum" trägt. Dort führen die
Schwestern ein Internat sowie drei weiterführende Schulen: ein Gymnasium sowie eine
Berufsschule für das Friseurhandwerk und eine für Gastronomie für Mädchen im Alter von
15-18 Jahren, die Hilfe und moralische Erneuerung brauchen. 
Fast seit dem Beginn des
Bestehens dieses Klosters in Krakau-Lagiewniki, seit dem Jahre 1893 nämlich, befindet
sich dort ein Noviziatshaus der Kongregation, das mit einer kurzen Unterbrechung bis heute
diese Funktion erfüllt. Dort bereiten sich junge Schwestern während der zwei Jahre der
Ausbildung auf das Ordensleben und die Durchführung des apostolischen Werkes vor.